150 Jahre Feuerwehr in Schmalkalden
Die Geschichte des Feuerlöschwesens in unserer Stadt reicht weit vor die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr zurück – bis zu ledernen Feuereimern und der ersten Feuerordnung im 16. Jahrhundert.
Feuerordnungen, Eimer und die ersten Spritzen
Lange bevor es eine Feuerwehr gab, war Brandschutz Sache aller Bürger. Wer ein Haus besaß, musste Löschgerät vorhalten; wer die Feuerglocke hörte, musste zur Brandstelle kommen.
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1528
232 lederne Feuereimer
Die Stadt verfügt über 232 lederne Feuereimer. Die Feuerstätten werden jährlich einer Besichtigung unterzogen.
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1532
Die erste Feuerordnung
Schmalkalden erhält seine erste Feuerordnung. Sie schärft die Feuerschau und verbietet, Brennmaterial auf dem Hausboden zu lagern. Ein Brand ist durch Glockenschlag oder vom Türmer anzuzeigen.
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1536
Löschgerät wird Pflicht
Jeder Hausbesitzer muss einen ledernen Eimer oder eine messingene Spritze anschaffen.
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1666
Die Stadt kauft zwei Spritzen
Damit lässt sich erstmals ein geordneter Löschangriff führen. Bis dahin hatte das ungeregelte Herumlaufen aller Einwohner mehr behindert als geholfen.
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1671
Sechs Feuerspritzen im Rathaus
Die Spritzenmannschaften gehen aus den Zünften hervor, die Geräte sind im Rathaus untergebracht. Die in diesem Jahr verkündete Feuerordnung bleibt bis 1860 in Kraft.
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1868
Eine besondere Rettungsmannschaft
Die Stadt gründet eine Rettungsmannschaft unter Leitung des Turnlehrers Heinrich Vogel. Weil die Unterstützung durch den Stadtvorstand zu wünschen übrig lässt, wird der Ruf nach einer Freiwilligen Feuerwehr lauter.
25 Bürger gründen im Gasthaus Cramer „Hoffnung“ die Freiwillige Feuerwehr Schmalkalden. Erster Hauptmann wird der Seifenfabrikant Carl Liebaug.
Der Beginn
Vom Steigerturm zur Motorspritze
Die junge Wehr entwickelt sich rasch. Geübt wird jeden Sonntag, am Blechhammer oder am Zimmerrasen.
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1877
Steigerturm und fahrbare Leiter
Hauptmann Carl Liebaug regt die Gründung eines Feuerwehrverbandes an. Gleichzeitig werden ein Steigerturm und eine fahrbare Leiter gefordert.
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1880
Zweiter Löschzug und Musikkorps
So viele Bürger sind eingetreten, dass ein zweiter Löschzug gebildet werden kann. Auch ein Musikkorps gehört nun zur Wehr.
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1883
Ein Leiterkorps entsteht
Die Werbung um Mitglieder trägt Früchte: Das Leiterkorps wird aufgestellt.
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1886
Gerätehaus in der Wollwebergasse
Das Gerätehaus mit Steigerturm „Am Kloster“ wird eingeweiht, eine Schiebleiter angeschafft. In der Stadt entstehen fünf Feuermeldestellen – betreut von Mitgliedern der Feuerwehr.
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1923
Eine Leiter für 31.938.200 Mark
Im Juli liefert die Firma Lieb Söhne eine 18 Meter lange mechanische Leiter. Der Preis zeigt, was die Inflation mit dem Geld gemacht hat.
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1924
50 Jahre – und der Beginn der Motorisierung
Im Februar explodiert das Städtische Gaswerk am Auer Weg. Im Sommer feiert die Wehr ihr 50-jähriges Bestehen. Die Stadt schenkt einen Mannschaftstransporter für 6.300 Goldmark, dazu kommt eine Motorspritze. Für Stadt und Kreis beginnt eine neue Ära.
Die Automobilspritze – der Beginn der Motorisierung. -
1944
Krieg und Stillstand
Am 20. Juli brennt die Werkhalle der Firma Carl Froh an der Weidebrunner Landstraße. Der begonnene Bau eines neuen Gerätehauses im Pfaffenbach kommt über die Grundmauern nicht hinaus.
Löschfahrzeug auf Opel-Blitz-Fahrgestell.
Wiederaufbau und ein neues Zuhause
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1949
Neue Rechtsgrundlage
Im August wird die Verordnung über das Brandschutzwesen erlassen. Sie wird im Januar 1956 durch das Gesetz über den Brandschutz in der DDR abgelöst.
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1957
Gerätehaus Wilhelm-Külz-Straße
Die Wehr bezieht das Gerätehaus in der Wilhelm-Külz-Straße 9. Auch die Kameraden aus Weidebrunn – seit 1950 eingemeindet – werden einbezogen.
Das Gerätehaus in der Wilhelm-Külz-Straße 9. -
1964
Drei Einsatzfahrzeuge
Mit der Übernahme der Tanklöschfahrzeuge TLF 16 (S 4000-1) steigt die Schlagkraft deutlich. In dieser Zeit entsteht auch die Frauengruppe der Wehr.
Löschfahrzeug auf S4000-Fahrgestell aus DDR-Produktion. -
1976
Brand im Umspannwerk
Die Schaltanlage des Umspannwerkes in der Wilhelm-Külz-Straße brennt – einer der schwierigsten Einsätze dieser Jahre.
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1981
Das Jahr der Fluten
Am 10. März treten Schmalkalde und Stille nach der Schneeschmelze über die Ufer. Viele Keller stehen unter Wasser, einige hundert Sandsäcke müssen gefüllt und gestapelt werden. Allein für diesen Hochwassereinsatz leisten die Kameraden fast 2.000 Stunden. In der Nacht zum 10. August folgt ein schweres Unwetter im Rennsteiggebiet.
Hochwasser in Schmalkalden – Aufnahme aus dem Bestand der Wehr. -
1985
Zwei schwere Brände
Am 13. Januar fordert ein Wohnungsbrand am Stillertor ein Kinderleben. Am 4. März brennt das Gebäude des VEB Haushaltsgeräteservice an der Auehütte. Für ihre Arbeit erhält die Wehr die höchste Auszeichnung der DDR auf dem Gebiet des Brandschutzes.
Kameraden der Wehr mit der Wanderfahne. -
1989
Die Wende
Mit der Öffnung der innerdeutschen Grenze am 9. November ist die politische Wende nicht mehr aufzuhalten. Für die Feuerwehr beginnt eine Zeit der Unsicherheit – und der Suche nach neuen Wegen, den Dienstbetrieb zu sichern.
Verein, Satzung und ein neues Gerätehaus
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1990
Partnerschaft nach Recklinghausen
Vom 9. bis 10. Juni reisen die Kameraden Iffert, Luther, Wolff, Hessenmöller und Kind nach Recklinghausen. Aus dem Besuch bei der dortigen Freiwilligen Feuerwehr entsteht eine Verbindung, die im Oktober mit einer Gegeneinladung nach Schmalkalden fortgesetzt wird. Auch mit Dinkelsbühl wächst in diesen Jahren eine Partnerschaft.
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1991
Neue Technik und ein Tag der offenen Tür
Am 29. Januar übergibt das Land Thüringen einen Hilfsrüstsatz des Fabrikats Weber – vorgeführt wird er gleich an einem Schrottauto. Am 5. Juli lädt die Wehr erstmals zum Tag der offenen Tür ans Gerätehaus, um für die Mitarbeit zu werben. Im September folgt ein weiteres Fahrzeug aus dem Katastrophenschutz.
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1992
Neues Gesetz, neue Leitstelle
Im Januar verabschiedet Thüringen das Brand- und Katastrophenschutzgesetz, im August folgt die Feuerwehrorganisationsverordnung. In der Näherstiller Straße entsteht die Rettungsleitstelle: Seither laufen dort die Notrufe zusammen und von dort werden die Wehren des Kreises alarmiert. Am 24. März brennt ein Tanklastzug auf der B 19 bei Fambach.
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1993
Jugendarbeit wird Auftrag
Im Februar übernimmt Michael Pfunfke die Funktion des Jugendfeuerwehrwartes. Aus der Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ wird die Jugendfeuerwehr, wie sie das Brandschutzgesetz vorsieht.
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1994
Der Feuerwehrverein entsteht
Am 11. März wird der Feuerwehrverein Schmalkalden gegründet und ins Vereinsregister eingetragen.
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1997
Feuerwehrsatzung und neue Fahne
Am 3. März beschließt der Stadtrat die Feuerwehrsatzung, die bis heute Strukturen und Verantwortlichkeiten regelt. Zum siebten Floriansfest am 15. Juni wird die vom Feuerwehrverein finanzierte Fahne übergeben.
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1999
125 Jahre – und die Weichen für den Neubau
Die Wehr feiert ihr 125-jähriges Bestehen. Am 7. September ergeht der Fördermittelbescheid für ein neues Gerätehaus.
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2000
Umzug in die ehemalige Schleifhalle
Am 8. Januar beziehen Fahrzeuge und Technik den neuen Standort. Die Einweihung folgt eine Woche später mit einem Festakt und der katholischen wie evangelischen Segnung.
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2001
Das Obergeschoss in Eigenleistung
Um Kosten zu sparen, bauen die Kameradinnen und Kameraden das Obergeschoss selbst aus – sie treffen sich dafür fast täglich. Es entstehen Schulungsräume und das Florianstübchen. Der Feuerwehrverein finanziert die Vitrinen für das Traditionszimmer.
Fahrzeugkorso zur Gerätehausübergabe im Juni 2001. -
2018
Springstille kommt hinzu
Mit der Eingemeindung von Springstille wächst die Stadtfeuerwehr auf acht Wehren – die Stützpunktfeuerwehr und sieben Ortsteilwehren.
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2023
Neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug
Im Mai wird das neue HLF 20 an die Wehr übergeben – ein wichtiger Schritt für die technische Hilfeleistung im Stadtgebiet.
Übergabe des HLF 20 im Mai 2023. -
2024
150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Schmalkalden
Zum Jubiläum erscheint eine umfangreiche Festschrift, die die Geschichte der Wehr und aller Ortsteilfeuerwehren dokumentiert. Sie ist die Grundlage dieser Chronik.
Die ganze Geschichte
Diese Chronik gibt nur die wichtigsten Stationen wieder. Die vollständige Darstellung – mit den Chroniken aller Ortsteilwehren, historischen Aufnahmen und Einsatzberichten – steht in der Festschrift zum 150-jährigen Jubiläum.
Quellen der Chronik: Festschrift zum 150-jährigen Bestehen (2024), darin der von Gerhard Iffert, Dieter Luther und Dieter Stegner verfasste Teil zum 125-jährigen Bestehen 1874–1999.